20. Diözesanforum kirchliche Jugendarbeit Bistum St. Gallen
Jugendliche sprechen kaum über ihre Religion oder ihren Glauben. Daraus zu folgern, die Jugend sei religionslos ist jedoch falsch. Für ihr Schweigen gibt es gute Gründe. Das Jubiläums-Diözesanforum ging der Frage nach, wie Jugendliche über Glaubensfragen ins Gespräch kommen und wie sie dabei unterstützt werden können. - mcMC
Sechs Jugendliche zeigten in einer Podiumsdiskussion eindrücklich, dass sie durchaus über Glaubensfragen sprechen, dies aber meistens nicht irgendwo, sondern im Kreis von Gleichgesinnten, im Blauring, im Firmkurs oder bei der Verarbeitung von speziellen Ereignissen wie nach einem Todesfall. Die Jugendlichen erzählten sehr offen darüber was sie im Leben trägt, mit wem oder wo sie über Glaubensfragen sprechen können und wo das eher schwierig ist, ja sogar peinlich sein kann. Die Zuhörenden, Seelsorgende, Jugendarbeiter, Mitglieder von Kirchen- oder Pfarreiräten waren berührt von den offenen und ernsthaften Aussagen der sechs Jugendlichen die – bedingt durch ihre kirchliche Bindung – nicht eindeutig als «Durchschnittsjugend» zu bezeichnen sind – aber eigentlich doch!
Religion ist ein Thema
Denn in Vorarlberg wurden 2175 Jugendliche zum Thema Religion befragt. Dabei wurde deutlich: Religion ist nicht nur bei kirchlich engagierten Jugendlichen ein Thema, aber für die meisten ein ganz persönliches, intimes... «Das macht das Reden über den eigenen Glauben so schwer», sagte Prof. Dr. Helga Kohler-Spiegel einleitend in ihr Referat. Stichworte der Jugendlichen seien Freiheit, Beziehung, Liebe, Vertrauen. Die Religionspädagogin betonte, dass die Sprache in besonderen Beziehungen wachsen könne. Der Gott der Kindheit müsse sich weiterentwickeln, Sprache immer wieder neu gefunden werden. Sich sicher zu fühlen sei wichtig um Sprache für Religiöses zu finden. «Nur wer sich sicher fühlt, getraut sich auszuprobieren», sagte Helga Kohler-Spiegel. «Und es muss klar sein, wovon wir überhaupt sprechen wollen, wofür wir eine Sprache finden wollen».
Fürchtet euch nicht
Die Referentin fasste den Kern der christlichen Botschaft mit der Aussage «Fürchtet Euch nicht» zusammen. Der Gott der Bibel verspreche den Menschen kein leidfreies und einfaches Leben. Aus einer gewachsenen Beziehung zum christlichen Glauben könne das Leben jedoch furchtloser angegangen und als begleitet erfahren werden.
Erwachsene sind gefragt
Damit Jugendliche über diese Themen ins Gespräch kommen können, hinaus aus Raum des Privaten treten, seien Erwachsene gefragt die bereit seien, sich mit ihren eigenen Antwortversuchen kenntlich zu machen, zu offenbaren was sie denken und glauben. Die Teilnehmenden am 20. Diözesanforum diskutierten nach dem Referat in Gruppen über das Gehörte. «Was ist in der Arbeit mit jungen Menschen hilfreich, um mit ihnen gemeinsam einen Sprache für den Glauben zu finden», war eine Kernfrage. In den Diskussionsgruppen wurden Erfahrungen ausgetauscht, wie kirchliche Jugendarbeit und Firmwege zu Beziehungsangeboten werden, in denen religiöse Sprache wachsen kann.
Gelingende Erfahrung
Der Fotowettbewerb, dessen Prämierung am 20. Diözesanforum vorgenommen wurde, darf durchaus als eine positive Erfahrung kirchlicher Jugendarbeit bezeichnet werden. 110 Jugendliche hatten sich am Wettbewerb beteiligt. Zehn Arbeiten zum Thema «Was glaubsch eigentlich?» wurden prämiert, neun im Bereich Fotografie, ein Film. Die Titel der Arbeiten veranschaulichen die Verbindung zwischen optischer Darstellung und Sprache, beispielsweise «Ich glaube, dass im Himmel mehr zu sehen ist als auf der Erde» oder «von Gott geführt den eigenen Weg gehen». (inf./daju)
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