Appenzell/AI. Die Appenzeller Kantonalbank präsentiert sich auch in schwierigen Zeiten als solides und erfolgreiches Unternehmen. Sämtliche Eckwerte wie Bilanzsumme, Kundengelder und -ausleihungen sowie der Bruttogewinn konnten gesteigert werden. - pdMC
Dem Kanton AI konnte einmal mehr ein neuer Höchstbetrag abgeliefert werden.
Zinsengeschäft
Das Zinsengeschäft ist mit einem Anteil von 78 % am Bruttoertrag der wichtigste Ertragspfeiler der Bank. Das allgemeine Zinsniveau verharrte während des gesamten Geschäftsjahres auf einem tiefen Niveau. Trotz permanenten Drucks auf die Zinsmarge konnte das Ergebnis dank der markanten Volumenerhöhung bei den Hypothekarforderungen positiv gestaltet werden. Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft erhöhte sich um CHF 1,4 Mio. auf CHF 29,5 Mio.
Kommissions- und Handelsgeschäft
Nach einem Jahr schwerer Kursverluste erlebten die weltweiten Börsen ab dem 2. Quartal 2009 einen Turnaround. Die enttäuschten Anleger gewannen das verloren gegangene Vertrauen indes nicht so schnell wieder zurück und beteiligten sich nur verhalten an diesem Aufschwung. Die Folge war ein neuerlicher Rückgang der Kommissionen aus dem Wertschriften- und Anlagegeschäft um CHF 0,7 Mio. auf CHF 5,2 Mio. Im bankeigenen Handelsgeschäft konnte hingegen ein um CHF 0,7 Mio. höherer Erfolg von CHF 1,2 Mio. erwirtschaftet werden.
Geschäftsaufwand
Der Geschäftsaufwand stieg im Berichtsjahr um CHF 0,4 Mio. Aufgrund des anhaltend guten Geschäftsgangs sowie der Mehrarbeit infolge Volumensteigerung wurde der Personalbestand leicht erhöht. Daraus entstanden Mehrkosten von CHF 0,2 Mio. Auch der Sachaufwand fiel um CHF 0,2 Mio. geringfügig höher aus. Die Kosten-/Ertrags-Relation bleibt mit 45,5 % ausgezeichnet.
Bruttogewinn, Wertberichtigungen und Rückstellungen
Die APPKB kann 2009 einen um CHF 1,1 Mio. verbesserten Bruttogewinn von CHF 20,6 Mio. ausweisen. Das entspricht einer Steigerung von 5,8 %. Auf dem Anlagevermögen erfolgten Abschreibungen von CHF 4 Mio. Wertberichtigungen und Rückstellungen wurden im Umfang von CHF 0,4 Mio. vorgenommen. Zur weiteren Stärkung der Eigenmittel wurden die Reserven für allgemeine Bankrisiken mit CHF 6,1 Mio. dotiert.
Jahresgewinn und Gewinnverwendung
Der Jahresgewinn stieg um CHF 0,7 Mio. auf CHF 11,3 Mio. Für die Verzinsung des Dotationskapitals von CHF 30 Mio. wurden CHF 0,8 Mio. aufgewendet und die Staatskasse erhielt eine Zuweisung von CHF 6,3 Mio. Damit beträgt die Gesamtablieferung an den Kanton Appenzell Innerrhoden CHF 7,1 Mio. (CHF 0,3 Mio. mehr als im Vorjahr). Die gesetzlichen Reserven wurden mit CHF 4,2 Mio. alimentiert.
Bilanzsumme
Die Appenzeller Kantonalbank konnte sowohl bei den Ausleihungen als auch bei den Kundengeldern beachtliche Zuwachsraten verzeichnen. Als Folge davon erhöhte sich die Bilanzsumme um CHF 87,5 Mio. beziehungsweise 4,1 % auf CHF 2'195,5 Mio.
Kundengelder
Die Turbulenzen am Finanzmarkt bescherten der APPKB im zweiten Jahr in Folge einen beträchtlichen Zufluss an Kundengeldern. Dank einem Anstieg um CHF 101,8 Mio. kletterte der Bestand im abgelaufenen Geschäftsjahr auf CHF 1'732,3 Mio. Infolge des niedrigen Zinsniveaus wurden Spar- und Anlagegelder bevorzugt. Sie verzeichneten einen Zuwachs um CHF 169,9 Mio. Durch Umschichtungen in Spargelder reduzierten sich die übrigen Verpflichtungen gegenüber Kunden um CHF 52,4 Mio. und die Kassenobligationen um CHF 15,7 Mio.
Kundenausleihungen
Die Appenzeller KB behauptet sich auch in ihrem Kerngeschäft, der Finanzierung von Liegenschaften. Die Hypothekarforderungen stiegen um CHF 83 Mio. Zählt man den Anstieg bei den übrigen Forderungen gegenüber Kunden von CHF 9 Mio. dazu, ergibt sich bei den Kundenausleihungen eine Volumensteigerung um CHF 92 Mio. auf CHF 1'792,6 Mio.
Eigenkapital
Dank des guten Geschäftsergebnisses konnten die gesetzlichen Reserven und die Reserven für allgemeine Bankrisiken mit insgesamt CHF 10,3 Mio. wieder substanziell verstärkt werden. Das Eigenkapital stieg damit auf CHF 187,8 Mio., was einem Zuwachs von 5,8 % und einem Verhältnis von 8,6 % zur Bilanzsumme entspricht. Damit verfügt die Bank über eine gesunde finanzielle Basis.
Vermögensverwaltung, Vorsorge- und Finanzplanung
Nach dem Börsen- und Marktzusammenbruch 2008 und anfangs 2009 (mit Aktientiefstwerten anfangs März 2009) stabilisierte sich das Bankensystem weltweit mit Hilfe der öffentlichen Hand und die Börsen reduzierten die Volatilität. Die Märkte wendeten sich zum Positiven bei markant tieferen Transaktionsvolumen gegenüber den Boomjahren 2005 bis 2007. Die verwalteten Kundenvermögen der Appenzeller Kantonalbank erhöhten sich 2009 um beachtliche CHF 124 Mio. auf CHF 1'582 Mio.
Die nächste Herausforderung für die Märkte werden die Exit-Strategien der westlichen Staaten sein, die in den nächsten Jahren ihre Staatsverschuldungen wieder nach unten korrigieren müssen. Aufgrund der vergangenen Marktverwerfungen, die sich auf die Vermögenswerte der drei Vorsorge-Säulen auswirkten, sind Finanzplanungen und Vorsorgeberatungen weiterhin sehr gefragt. Die Bankverantwortlichen gehen von einem weiter zunehmenden Interesse aus.
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