Die heutigen Anlagen und Laborgeräte für die Lehre und die anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung an der Hochschule für Technik Buchs (NTB) sind bis zu 25 Jahre alt und müssen zum Teil erneuert werden. - mcMC
Die NTB ist eine von vier Teilschulen der Fachhochschule Ostschweiz.
Für den erfolgreichen Weiterbetrieb der Lehre und der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung sind diese Investitionen zwingend notwendig. Die Regierung beantragt beim Kantonsrat die Finanzierung der Erneuerungsinvestitionen, um damit sowohl den Bildungs- als auch den Wirtschaftsstandort Rheintal zu stärken.
Das Bundesgesetz über die Fachhochschulen verpflichtet die Fachhochschulen, anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung zu betreiben und Dienstleistungen zugunsten der Wirtschaft zu erbringen.
Die heute im Bereich der Lehre und anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung an der NTB eingesetzten Anlagen und Laborgeräte sind teilweise bis zu 25 Jahre alt. Aufgrund des raschen technologischen Wandels und den daraus entstehenden neuen Anforderungen an die Forschungsinfrastruktur müssen diese rasch ersetzt werden.
Die jährlich zur Verfügung stehende Labor-Investitionssumme von durchschnittlich 1,5 Millionen Franken reicht aus für die Anschaffung kleinerer Laborgeräte sowie den Unterhalt der bestehenden Test- und Forschungsanlagen. Finanziell aufwendigere Erneuerungsinvestitionen können daraus jedoch nicht daraus bestritten werden.
Beim vorliegenden Antrag für Erneuerungsinvestitionen geht es nicht darum, neue Kompetenzbereiche aufzubauen, sondern die Zukunft der drei wichtigsten Kompetenzbereiche Energiesysteme, Mikro- und Nanotechnologie sowie Produktionsmesstechnik der NTB zu sichern.
Träger der NTB teilen Investitionskosten
Es sind Investitionen in Anlagen und Laborgeräte sowie in einen kleinen Erweiterungsbau des bestehenden Laborgebäudes im Umfang von insgesamt 17,7 Millionen Franken vorgesehen. Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie hat für das Gesamtprojekt Bundesbeiträge in der Höhe von 3,7 Millionen Franken in Aussicht gestellt. Die NTB leistet aus ihrem Wissens- und Technologietransfer-Kapital einen Finanzierungsbeitrag von einer Million Franken. Die Nettokosten von 13 Millionen Franken werden auf der Basis der am Studienort Buchs eingeschriebenen Studierenden der Träger der NTB aufgeteilt.
Es ist vorgesehen, dass die Träger somit folgende Investitionsbeiträge leisten: Kanton St.Gallen Fr. 9'444'500.–, Kanton Graubünden Fr. 2'598'700.– und Fürstentum Liechtenstein Fr. 956'800.–. Die Vorlage über die Finanzierung der Erneuerungsinvestitionen an der NTB wird dem Kantonsrat auf die April-Session 2011 zugeleitet. Zeitlich leicht verzögert zu den parlamentarischen Verfahren im Kanton St.Gallen werden auch bei den anderen Trägern, dem Kanton Graubünden und dem Fürstentum Liechtenstein, die politischen Genehmigungsprozesse für die Erneuerungsinvestitionen anlaufen.
Forschungs- und Innovationszentrum Rheintal (IZR)
Die Regierung hat Ende 2010 eine departementsübergreifende Arbeitsgruppe eingesetzt, welche die Entscheidungsgrundlagen für den Aufbau eines Forschungsnetzwerks am Standort Buchs vorbereitet. Das IZR soll unter Beteiligung der Forschungsinstitutionen des Bundes − Eidgenössisch Technische Hochschule Zürich (ETH), Centre Suisse d'Electronique et de Microtechnique (CSEM) und der Eidgenössischen Materialprüfanstalt (Empa) − der NTB und der Universität Liechtenstein sowie weiterer möglicher Kooperationspartner den Technologiestandort Rheintal stärken.
Die Botschaft zu den Erneuerungsinvestitionen an der NTB ist inhaltlich mit dem Konzept des IZR abgestimmt. Neben den Kompetenzbereichen der NTB und des IZR wurde insbesondere die Abstimmung im Hinblick auf eine allfällige bauliche Erweiterung um ein mögliches IZR berücksichtigt. So könnten die Raumbedürfnisse des IZR in der Anfangsphase durch die bestehenden Räumlichkeiten der NTB gedeckt werden. Mit den geplanten Erneuerungsinvestitionen ist keine Vorentscheidung bezüglich der Realisierung des IZR verbunden.
Stärkung des Bildungs- und Wirtschaftsstandorts Rheintal
Die Regierung hat sich bereits im September 2010 mit dem Beschluss zur Vereinbarung über den Studiengang Systemtechnik NTB an den Standorten Buchs, St.Gallen und Chur zum Wirtschafts- und Bildungsstandort Rheintal bekannt und damit insbesondere die Lehre gestärkt. Seither wird in St.Gallen, Buchs und Chur ein einheitlicher interdisziplinärer Ingenieurstudiengang angeboten, der von der NTB konzipiert und unter der Marke «Systemtechnik NTB» durchgeführt wird, was die Attraktivität dieses Studiengangs deutlich erhöht.
Die Erneuerungsinvestitionen sind sowohl für die anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung als auch für den Weiterbetrieb der Lehre an der NTB zwingend notwendig. Die Regierung unterstützt deshalb die Erneuerungsinvestitionen an der NTB und stärkt damit den Bereich des Wissens- und Technologietransfers im Rheintal.
Sicherung des Ingenieur-Nachwuchses
Die NTB ist eine von vier Teilschulen der Fachhochschule Ostschweiz (FHO) und bietet auf der Bachelorstufe den interdisziplinären Ingenieur-Studiengang SystemtechnikNTB mit mehreren Vertiefungsrichtungen sowie auf der Masterstufe den «Master of Science in Engineering» und vier technische «Master of Advanced Studies» an. Damit leistet sie einen bedeutenden Beitrag zur Sicherung des Ingenieur-Nachwuchses in der Region Alpenrhein/Bodensee.
Darüber hinaus nimmt die NTB am Hochtechnologiestandort Rheintal eine zentrale Rolle im Bereich des Wissens- und Technologietransfers (WTT) ein. Sechs Forschungsinstitute bieten Industriepartnern eine breite Palette von Kompetenzen an.
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