Der Aufschwung der Ostschweizer Wirtschaft verlangsamt sich
Die Ostschweizer Wirtschaft konnte den seit Ende des letzten Jahres anhaltenden Aufschwung – trotz schwachem Euro und Schuldenkrise - auch im Juni fortsetzen. Für die kommenden Monate zeigen die Frühindikatoren weiterhin nach oben, allerdings hat sich das Tempo des Aufschwungs verlangsamt. - smMC
Die Ostschweizer Wirtschaft erholt sich, der Aufschwung ist aber langsamer geworden.
Der Ostschweizer Konjunkturindex zeigt im Juni mit +15 Punkten eine weitere Erholung der regionalen Wirtschaft an. Gegenüber dem Vormonat konnte der Index aber nur noch leicht zulegen. Zwar hat sich die Beurteilung der Geschäftslage durch die Unternehmen weiter verbessert. Die Erwartungen für das zweite Halbjahr 2010 konnten aber nicht weiter zulegen.
Industrie gewinnt weiter Boden unter den Füssen
In der Industrie hat sich die Stimmung im Juni weiter aufgehellt. Ein Drittel der Ostschweizer Industriebetriebe bezeichnet die Geschäftslage als gut, weitere 44 Prozent sind zufrieden. Als schlecht beurteilen die Geschäftslage nur noch rund 20 Prozent der Unternehmen. Vor einem Jahr hatte dieser Wert noch bei über 50 Prozent gelegen. Besonders positiv wird die Geschäftslage von der Metall-, der Kunststoff- und der chemischen Industrie beurteilt.
Aussenhandel im Plus
Der Ostschweizer Aussenhandel entwickelte sich in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres positiv. Zwischen Januar und Ende Mai konnten die Ostschweizer Exporte um acht Prozent gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode zulegen. Stark gewachsen sind die Ausfuhren von Metallerzeugnissen und Präzisionsinstrumenten. Während sich der Absatz von Waren in die EU leicht unterdurchschnittlich entwickelte, wuchsen vor allem die Ausfuhren in die amerikanischen und asiatischen Schwellenländer, die sich deutlich schneller von der Weltwirtschaftskrise erholen als die Industriestaaten.
Euroschwäche bisher ohne spürbare Auswirkungen
Seit Anfang Jahr ist der Kurs des Euros zum Franken von 1.50 auf aktuell rund 1.30 regelrecht zusammengebrochen. Obschon sich die Ostschweizer Exporte von dieser Entwicklung bisher nur wenig beeindruckt zeigen, belastet die Aufwertung des Frankens unsere Exportindustrie, da deren Margen von der Wechselkursveränderung zusehends «weggefressen» werden. Die Frage, wie stark der aktuelle Wechselkurs die Ostschweizer Exporteure gefährdet, lässt sich allerdings nicht generell beantworten. Zu unterschiedlich ist die Sensitivität der einzelnen Unternehmen gegenüber dem Euro. Zudem gilt es zu bedenken, dass durch den schwachen Euro Vorleistungen aus dem Euroraum billiger eingekauft werden können und dass das deutsche Wirtschaftswachstum dank des schwachen Euros tendenziell stärker ausfällt. Von beiden Faktoren profitieren Schweizer Exportunternehmen.
Privater Konsum stützt
Neben der Erholung in der Industrie erweist sich momentan der private Konsum als Stütze der Ostschweizer Konjunktur. Der Umsatz konnte trotz stagnierender Lohneinkommen auch im Juni zulegen. Die Mehrheit der Detailhändler ist daher mit der Geschäftslage zufrieden. Die im ersten Halbjahr 2010 sehr robuste Entwicklung des privaten Konsums verleiht den Erwartungen für die kommenden Monate Flügel. Herrschte anfangs Jahr noch Skepsis, geht man nun in der Branche von einer weiterhin guten Entwicklung der Geschäftslage aus.
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