Der Lohnunterschied beträgt bei gleicher Arbeit in der Schweiz heute rund 24 Prozent, in der Ostschweiz liegt er sogar bei 27 Prozent. An einer Standaktion in St.Gallen informierten die Business and Professional Women BPW und das Kompetenzzentrum Integration, Gleichstellung und Projekte IGP im Departement des Innern über die Hintergründe der Lohnungleichheit und zeigten Möglichkeiten auf, wie Arbeitgebende und Arbeitnehmende dem Lohngefälle begegnen können.
Der Equal Pay Day der Business and Professional Woman BPW zur Lohngleichheit hat internationale Wurzeln und wird weltweit seit Mitte der Neunzigerjahre durchgeführt. In der Schweiz wurde der Aktionstag zum zweiten Mal realisiert. Mit dem Aktionstag machen die BPW auf die Lohnbenachteiligung von Frauen aufmerksam mit dem Ziel, die Lohnschere zwischen Männern und Frauen zu reduzieren und dadurch den Frauen vermehrt einen Anreiz zur Berufstätigkeit zu geben. Auch Firmen können sich am Equal Pay Day als attraktive Arbeitgebende profilieren.
Der Aktionstag am 11. März in St.Gallen stand unter dem Motto «Wenn Männer den gleichen Lohn bekommen wie Frauen, können wir richtig viel Geld sparen». Er wurde das erste Mal gemeinsam von Business and Professional Women BPW und dem Kompetenzzentrum Integration, Gleichstellung und Projekte IGP im Departement des Innern durchgeführt. Interessierte konnten an einem Infostand beim Vadiandenkmal mehr über die Hintergründe der Lohnungleichheit erfahren und wie sie dem Lohngefälle entgegentreten können.
Lohnunterschiede thematisieren
In einer Zeit, in der sich längerfristig bereits ein Arbeitskräftemangel aufgrund der demographischen Entwicklung abzeichnet, sind faire Arbeitsbedingungen für alle ein Gebot der Stunde. Sie sind die Voraussetzung dafür, dass sich Frauen nicht vom Arbeitsmarkt zurückziehen oder der Erwerbsarbeit nur ungenügend motiviert nachgehen. Mit den beiden Internetangeboten www.lohnrechner.ch und www.logib.ch stehen heute den Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden einfache Instrumente zur Verfügung, mit denen die Lohngleichheit individuell oder auf Betriebsebene überprüft werden kann. logib.ch erlaubt es Firmen zudem, sich als attraktive Arbeitgebende zu positionieren und gerichtlich durchgesetzten Lohnnachzahlungen zuvorzukommen.
Zusammenarbeit von Kanton und BPW
Der Equal Pay Day fand am 11. März statt. Der Tag steht symbolisch für jenen Zeitpunkt, an dem eine Frau den Lohn eines Mannes erreicht, den dieser bereits am 31. Dezember des vergangenen Jahres erreicht hat.
Lohngleichheit zwischen Frau und Mann
Bei den unterschiedlichen Löhnen von Männern und Frauen wird zwischen Lohndifferenz und Lohndiskriminierung unterschieden. Rund 60 Prozent der Lohndifferenz gehen auf statistisch erfassbare Faktoren wie Ausbildung, Berufserfahrung, Dienstjahre im Betrieb, Funktion usw. zurück. Die restlichen 40 Prozent der Differenz, die nicht mit harten Fakten erklärt werden können, werden als Lohndiskriminierung bezeichnet.
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