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Do. 8. Juli 2010 - 12:45 Uhr
Der Kanton St.Gallen diskutiert die künftige Ausgestaltung der Oberstufe

St. Gallen/SG. Der Erziehungsrat hat für die Weiterentwicklung der Oberstufe erste Grundsatzentscheide gefällt. Um die Durchlässigkeit zu erleichtern, können die Schulgemeinden in Zukunft alternativ zum bestehenden Modell das kooperative Oberstufenmodell mit Niveaugruppen in Mathematik und Englisch wählen. - smMC

Erste Grundsatzentscheide für die Weiterentwicklung der Oberstufe sind gefällt.
 
Erste Grundsatzentscheide für die Weiterentwicklung der Oberstufe sind gefällt.

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Um eine Oberstufe führen zu können, sind zwei Klassen je Jahrgang erforderlich. Wie weit kleinere Schulen weitergeführt werden können, wird im Einzelfall beurteilt. Weiter hat der Erziehungsrat die Weichen für die künftige Lektionentafel gestellt.

Das bisherige Oberstufenmodell stammt aus den Siebzigerjahren. Es sieht vor, dass Sekundarschule und Realschule in Oberstufenzentren zusammengeführt werden, um eine enge Zusammenarbeit zu ermöglichen. Dieses Konzept ist heute weitgehend umgesetzt, wurde jedoch nie als verbindlich bezeichnet. Räumlich getrennte Sekundar- und Realschulen werden nur noch vereinzelt geführt. Das aktuelle, geteilte Oberstufenmodell mit Sekundar- und Realschule geht vom Grundsatz aus, dass die Klassen möglichst gleichmässig zusammengesetzt sind.

Umsetzung des kooperativen Modells mit Niveaugruppen
Der Erziehungsrat des Kantons St.Gallen hat einen Zwischenbericht zur aktuellen Oberstufensituation und zur künftigen Ausrichtung der Oberstufe im letzten Herbst in eine breit angelegte Vernehmlassung gegeben. Diese hat aufgezeigt, dass es angezeigt ist, die bestehenden Strukturen trotz insgesamt hohem Qualitätsstandard weiterzuentwickeln, um sämtliche Schülerinnen und Schüler optimal fördern zu können. Der Erziehungsrat hat deshalb entschieden, das kooperative Oberstufenmodell mit Niveaugruppen freizugeben. Die Stammklassen werden bei diesem Modell jedoch nach wie vor in Sekundar- und in Realschule aufgeteilt. Niveaugruppen in Mathematik und Englisch erlauben jedoch, dass Schülerinnen und Schüler mit einseitigen Begabungen in einem Teil der Fächer in einem anderen als dem Stammniveau unterrichtet werden. Weiter soll eine horizontale Durchlässigkeit ermöglicht werden. Das kooperative Modell mit Niveaugruppen kann ohne Änderung des Volksschulgesetzes umgesetzt werden. Der Entscheid über die Einführung des neuen oder der Beibehaltung des bisherigen, zweigeteilten Modells liegt bei der örtlichen Schulbehörde.

Mindestgrösse einer Oberstufe
Mit dem Rückgang der Schülerinnen- und Schülerzahlen ist es an verschiedenen Standorten nicht mehr möglich, eine traditionelle Oberstufe mit zwei Sekundar- und einer Realklasse je Jahrgang zu führen. Die Empfehlung, die Oberstufe in zwei Drittel Sekundarschülerinnen und -schüler und ein Drittel Realschülerinnen und -schüler aufzuteilen, wird aufgehoben. Nach wie vor sollen jedoch mehr Schülerinnen und Schüler in die Sekundar- als in die Realklasse übertreten. Damit wird es möglich, eine Oberstufe mit einer Real- und einer Sekundarklasse je Jahrgang zu führen. Mit dieser neuen Vorgabe sind es nur wenige Schulen, welche diese Grösse auf Dauer unterschreiten. Beim Entscheid, ob eine Schule mit Unterbeständen weitergeführt werden soll, sollen nebst pädagogischen Gründen auch strukturpolitische Fragen, die örtliche Situation, die geographische Lage, der Aufwand für den Schülerinnen- und Schülertransport, das Raumangebot und anderes beachtet werden. Der Entscheid, ob kleine Schulen erhalten bleiben können, wird im Einzelfall beurteilt.

Überarbeitung der Lektionentafel
Der Erziehungsrat hat sich mit einer neuen Lektionentafel für die Oberstufe auseinandergesetzt. Die seit dem Schuljahr 2008/09 gültige neu gestaltete Lektionentafel auf der Primarschule führt dazu, dass auch auf der Oberstufe Anpassungen notwendig werden. Für alle Leistungsstufen soll eine möglichst breite, gemeinsame Basis geschaffen werden. Die Durchlässigkeit zwischen den Oberstufentypen soll  in den Kernfächern gewährleistet werden. Spezifische Zeitgefässe im letzten Schuljahr sollen eine bedarfsgerechte, begrenzte Individualisierung zulassen. Diese Forderungen wurden in einer Vernehmlassung, die zwischen November 2009 und Februar 2010 durchgeführt wurde, im Grundsatz unterstützt. Hingegen fand der Vorschlag einer einheitlichen Lektionentafel für alle Oberstufentypen, also für Sekundar-, Real- und Kleinklassen, keine Zustimmung. Deshalb werden auch ab 2012 die unterschiedlichen Oberstufentypen ihren Stufen angepasste Lektionentafeln haben, wobei mindestens in der Sekundar- und in der Realschule eine möglichst grosse Angleichung angestrebt wird.


 
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