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Fr. 23. April 2010 - 06:41 Uhr
«Die Strukturen werden nicht mehr die gleichen sein»

SG. Kaum ein Unternehmen in der Zulieferindustrie konnte sich in jüngster Zeit den Turbulenzen in der Weltwirtschaft schadlos entziehen. Das gilt auch für die SFS Gruppe, die vom Rheintal aus weltweit tätig ist. - mbMC

Christian Fiechter, Mediensprecher der SFS Gruppe.
 
Christian Fiechter, Mediensprecher der SFS Gruppe.

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Magazin LEADER April 201020.04.2010 / 13:20h
Magazin LEADER April 2010
Mit einem konsequenten Sparprogramm im Kombination mit einer Vorwärtsstrategie gelang es dem Unternehmen aber, 2009 ein relativ gutes Ergebnis zu erzielen. Im Gespräch mit Christian Fiechter, Mediensprecher der SFS Gruppe.

Christian Fiechter, der Geschäftsgang 2009 wurde auch bei SFS von der allgemeinen Wirtschaftslage negativ beeinflusst. Waren die Auswirkungen im von Ihnen erwarteten Rahmen oder fielen sie stärker – oder vielleicht sogar weniger stark - als befürchtet aus?
Nach dem Einbruch im 4. Quartal 2008 erwarteten wir ein schwieriges Jahr 2009. Wir haben einen Rückgang vorausgesehen. Allerdings dauerte die negative Periode länger als gedacht und fiel eher stärker aus als erwartet.

Erwies sich die Struktur mit vier Gruppengesellschaften und dezentralen Standorten in dieser Wirtschaftssituation als vorteilhaft oder als zusätzliche Hürde?
Die Struktur mit den vier Gruppengesellschaften erwies sich als vorteilhaft. Auf Grund der unterschiedlichen Aktivitäten der Gesellschaften fielen auch die Massnahmen unterschiedlich aus.

Der SFS Gruppe gelang es mit einem Bündel von Massnahmen, trotz des schwierigen Umfeld einen Betriebserfolg zu bewirtschaften. Welches waren darunter die wichtigsten?
Wir haben über 100 Millionen Franken an Kosten eingespart. Dies ist das Resultat verschiedenster Massnahmen, die jede einen Beitrag geleistet hat. Etwa 40 Prozent der Einsparungen resultierten aus Reduktionen bei den Personalkosten. Aber auch da waren es verschiedene Massnahmen - Kurzarbeit, kein Ersatz von Abgängen, Frühpensionierungen, Entlassungen und so weiter.

Die Massnahmen, die Sie hier aufzählen, bergen ja immer auch die Gefahr, im Moment des Wiederaufschwungs nicht alle nötigen Ressourcen aufzuweisen und das Knowhow erst wieder aufbauen zu müssen. Wie begegnet man bei SFS diesem möglichen Effekt?
Diese Gefahr besteht bei SFS nicht. Wir haben wohl weniger Mitarbeitende. Es wurde aber darauf geachtet, dass das notwendige Knowhow erhalten bleibt, natürlich nun verteilt auf weniger Mitarbeitende.

Im Unterschied zu vielen anderen Unternehmen beschränkte sich SFS nicht auf Einsparungen, sondern setzte auch auf Ausbau mit neuen Produkten und der Erschliessung neuer Märkte. Hat sich diese Entscheidung bewährt?
Trotz der schwierigen Wirtschaftslage haben wir bei Zukunftsinvestitionen nicht zurückgehalten. Dazu gehören die Entwicklungen von neuen Produkten und Dienstleistungen wie auch die Weiterbildung von Mitarbeitenden. Diese Entscheidung hat sich bewährt. Ein Beweis dafür ist der Gewinn des «European Award for Logistics Excellence 2009».

Prognostiker und Marktbeobachter vermelden für verschiedene Sektoren und Branchen bereits: «Talsohle erreicht». Können Sie diesen Eindruck aus der Praxis bestätigen? Und mit welchen zeitlichen Dimensionen rechnen Sie selbst beim Weg zurück zu den alten Verhältnissen?
Wir gehen auch davon aus, dass die Talsohle erreicht ist. Eine Stabilisierung der Auftragslage ist feststellbar, doch ist die Situation noch sehr volatil. Wir rechnen mit etwa zwei bis drei Jahren, bis wir die alten Verhältnisse bei den Zahlen wieder erreicht haben. Es ist aber zu erwarten, dass die Strukturen der Firma nicht mehr die gleichen sein werden.


Zum Unternehmen
Aus einer Eisenwarenhandlung im Altstätten hat sich in nicht einmal 100 Jahren eine weltumspannende Holding entwickelt: Die SFS Gruppe mit Sitz in Heerbrugg, die mit ihren Gesellschaften SFS intec, SFS unimarket und SFS Locher in verschiedenen Gebieten aktiv ist und in der SFS services einen zentralen Dienstleister für die gesamte Gruppe hat. Ende 2009 zählte die SFS Gruppe rund 4300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erwirtschaftete rund 1,1 Milliarden Franken Umsatz. Das entspricht einem Rückgang um über 15 Prozent. Das Unternehmen wies im Geschäftsjahr 2009 aber dennoch einen Betriebserfolg von fast 36 Millionen Franken aus.

 
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