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Mi. 17. Februar 2010 - 11:47 Uhr
Durchmesserlinie: Verbinden, was zusammen gehört

Herisau/AR. Heute wurde detailliert über das Projekt Durchmesserlinie der Appenzeller Bahnen informiert. Zu reden gibt dabei vor allem das Teilprojekt «Ruckhalde». - pdMC

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Innerhalb der nächsten zehn Jahre muss das Rollmaterial der AB zwingend ersetzt werden. Um den Bahnbetrieb langfristig mit zeitgemässem Komfort zu sichern und die Attraktivität des ÖV zu steigern, haben die AB in Zusammenarbeit mit den Kantonen SG, AR, AI und der Stadt St.Gallen das Projekt Durchmesserlinie
Appenzell-St.Gallen-Trogen erarbeitet. Insgesamt sind bei der öffentlichen Projektauflage des Bundes 30 Einsprachen eingegangen – 25 davon betreffen das Teilprojekt Ruckhalde. Die Bedenken von Bevölkerung und Interessensgruppen würden sehr ernst genommen und nun eingehend geprüft, so AB-Verwaltungsratspräsident Jörg Schoch. 
 
„Für die Appenzeller Bahnen sowie die Kantone SG, AR und AI ist die Durchmesserlinie eine einmalige Chance, den Öffentlichen Verkehr mit Unterstützung des Bundes im Rahmen des Agglomerationsprogramms fit für die Zukunft zu machen. Das erhöht die Standortattraktivität der gesamten Region“, so Jörg Schoch an der Medienorientierung. Der Anschluss an den Taktfahrplan der SBB, die Modernisierung der Zugskompositionen und die bauseitigen Verbesserungen an der Zugslinie würden vielfältigen Nutzen mit sich bringen und einen langfristigen Bahnbetrieb sichern, so Schoch. 
 
17‘500 Fahrgäste pro Tag
Die Appenzeller Bahnen sind stark verankert in der Region und ein wichtiger Teil der Agglomeration St.Gallen. So transportieren die AB 2009 6.5 Millionen Fahrgäste – das entspricht rund 17‘500 Personen pro Tag. Mit der DML streben die AB nach der 2006 erfolgten Fusion mit der Trogenerbahn nun auch die Zusammenlegung im Infrastrukturbereich an und möchten verbinden, was zusammen gehört. Denn in weniger als zehn Jahren muss das Rollmaterial der AB zwingend ersetzt werden. Eine Modernisierung mit gleichzeitiger Beschaffung von günstigeren und leiseren Niederflurzügen ist jedoch nur möglich, wenn die Zahnstangenstrecke in der Ruckhalde aufgehoben wird.  
 
Fahrgäste profitieren – mehr Sicherheit für alle
Kundinnen und Kunden profitieren mit der DML von einem verdichteten Viertelstundentakt zu Spitzenzeiten, von leisen und komfortablen Niederflurfahrzeugen sowie vom Wegfall von Umsteigevorgängen und von verbesserten Anschlüssen an den Fernverkehr in St.Gallen. So wird es künftig möglich sein, ohne umzusteigen von St.Gallen Marktplatz nach Teufen oder Appenzell zu reisen. Zusammen mit dem allgemeinen Wachstum von Mobilität und Bevölkerung wird bis 2020 mit einem Fahrgastzuwachs von bis zu 50 Prozent gerechnet. „Das Wachstum der Agglomerationen bringt mehr Verkehr und weniger Lebensqualität. Unsere Region braucht daher eine zukunftsweisende Mobilität – nur der Ausbau des ÖV bringt die gewünschte Entlastung vom
Individualverkehr“, erklärte Jörg Schoch. Gleichzeitig werden die Strassen entlang der Durchmesserlinie vom Individualverkehr entlastet und diverse, teils gefährliche Bahnübergänge aufgehoben. Dies führt für alle Verkehrsteilnehmer zu mehr Sicherheit.

Fünf Teilprojekte
Das gesamte Projekt Durchmesserlinie ist in fünf Teilprojekte unterteilt. Kernstück des Projekts ist die
geplante Neubaustrecke in der Ruckhalde. Die dortige Zahnradstrecke soll aufgehoben und durch
einen rund 700 Meter langen Tunnel ersetzt werden. Dadurch können künftig auf der gesamten
Strecke der Durchmesserlinie Niederflurzüge eingesetzt werden, die rund einen Viertel weniger kosten
und halb so teuer im Unterhalt sind als die bisherigen Fahrzeuge. Durch diese Kosteneinsparung kann
die Zukunft der Linie St.Gallen-Gais-Appenzell langfristig gesichert werden. 
 
Alternativen werden geprüft
Insgesamt sind 30 Einsprachen gegen das Projekt DML bei den Verantwortlichen eingegangen. Die
meisten davon richten sich gegen das Teilprojekt Ruckhalde. Unter anderem fordern die
Einsprechenden, dass bezüglich der Verkehrsumleitung und Sicherheitsmassnahmen während den
Bauarbeiten am Tunnel eine neue Prüfung vorgenommen wird. Eine weitere Forderung ist die
Verschiebung des geplanten Südportals des Ruckhalde-Tunnels rund 200 Meter in Richtung Teufen.
Die Einwände und Bedenken gegen das Projekt würden nun sorgfältig geprüft und alle möglichen
Optionen abgeklärt: „Wir nehmen die Anliegen und Befürchtungen der Bevölkerung ernst und suchen
gemeinsam mit unseren Projektpartnern nach Lösungen. Dafür benötigen wir jedoch Zeit und bitten
um Geduld und Verständnis“, wie Hansjürg Düsel, Direktor der Appenzeller Bahnen AG erklärte. 
 
Bessere Anbindung des Appenzellerlandes an die Stadt St.Gallen
Für die wirtschaftliche und touristische Entwicklung der Agglomeration St.Gallen ist eine raschere und
komfortable Verbindung mit dem Appenzellerland sehr wichtig. Das Projekt, das den Appenzeller
Bahnen wichtigen betrieblichen und finanziellen Nutzen bringen wird, nützt auch der Stadt mit
Verbesserungen am Bahnhofplatz, an der Ruckhalde und im Bereich der sechs Bahnübergänge im
Riethüsli. «Die Stadt unterstützt darum das Projekt Durchmesserlinie. Sie hat mit ihrer Einsprache aber
auch klar gemacht, dass St.Gallen nur hinter einem Projekt stehen kann, an dem noch verschiedene
Verbesserungen für Bauzeit und Betrieb gemacht werden», machte Stadtrat und AB-VR Fredy
Brunner deutlich.
 
Kostenteiler in Diskussion
Die Infrastrukturbaukosten für das DML-Projekt betragen rund 90 Mio. Franken (Stand: Juni 2009).
Das Projekt wird vom Bund aus dem Infrastrukturfonds unterstützt. Die AB gehen davon aus, dass
schlussendlich 40 Prozent dieser Infrastrukturkosten vom Bund bezahlt werden. Der definitive
Parlamentsentscheid darüber, welche Kosten vom BAV tatsächlich getragen werden, steht noch aus.
Die Kantone St.Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden tragen die verbleibenden
Kosten. Der exakte Kostenteiler ist derzeit  noch in Arbeit. In Inner- und Ausserrhoden wird das
Projekt vor das Volk kommen, im Kanton St.Gallen hängt dies noch von der Höhe des Beitrages ab. 

 
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