St.Gallen. Die Internationale Kommission der hauptberuflich tätigen Detektiv-Verbände (IKD) trauert um ihren ehemaligen Generalsekretär Karl Goeltenboth. Der ehemalige St. Galler Stadtpolizist und später international bekannte Privatdetektiv, geb. am 16.März 1920 in St. Gallen, verstarb, wie nun kürzlich bekannt wurde, am 1. Mai im Alter von 90 Jahren. - Bruno TurchetMC
Der international bekannte St.Galler Detektiv Karl Goeltenboth verstarb im Alter von 90 Jahren.
Nach Absolvierung der Schulzeit in St. Gallen (Primar- und Sekundarschule) absolvierte Karl Goeltenboth eine Gärtnerlehre bei der St. Galler Firma Heuberger. Der Abschluss der Lehre fiel mit dem Beginn der Rekrutenschule zusammen und deren Ende mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges, den Karl als Artillerist in der Schweizer-Armee miterlebte.
Erste Schritte
Während des Militärdienstes bereitete es ihm immer mehr Freude im Umgang mit seinen Dienstkameraden und bald entschloss er sich, die militärische Laufbahn als Unteroffiziers-Instruktor einzuschlagen. Da dies zu damaliger Zeit aber mit finanziellen Opfern verbunden war, verzichtete er nach mehreren diesbezüglichen Dienstleistungen auf diese Laufbahn und zog sich ins Zivilleben zurück. Er bewarb sich bei der St. Galler Stadtpolizei, bei der er erfolgreich die Polizeirekrutenschule absolvierte und innert weniger Jahre zum Detektiv-Gefreiten avancierte.
Das eigene Detektivbüro
Nach 20 Jahren Polizeidienst bot sich ihm dann die Möglichkeit, die Geschäftsführung einer amerikanischen Wirtschaftsauskunftei in der Schweiz zu übernehmen. Nach weiteren fünf Jahren in dieser Stellung erwarb er eine Schweiz. Auskunftei in St. Gallen, baute diese aus und gründete schlussendlich ein international tätiges Privatdetektivbüro. Immer damit bemüht, diesem Berufsstand, der viele Fantasten anzog, einen guten Ruf zu verschaffen, gründete er im Laufe seiner Kariere, zusammen mit deutschen, österreichischen, französischen und italienischen Berufskollegen, die Internationale Kommission der hauptberuflich tätigen Detektiv-Verbände(kurz IKD), der sich dann innerhalb weniger Jahre über 20 Landesverbände in Europa und Übersee anschlossen.
Über die Landesgrenzen hinaus
Als Generalsekretär führte er diese Kommission während über acht Jahren, was ihm persönlich und seiner Firma nennenswerte Erfolge einbrachte. Während seiner IKD-Amtsdauer als Generalsekretär wurde ihm vom spanischen König Juan Carlos auf dessen Landsitz ausserhalb Madrit der spanische Zivilordens verliehen. Nach 20-jähriger Tätigkeit als Privatdetektiv zog er sich ins Privatleben zurück und verkaufte seine Firma an seinen damaligen Zögling und Mitarbeiter, Hans-Peter Widmer, der die Firma immer noch unter dem Firmennamen Büro Göltenboth mit Erfolg weiter führt.
In der Region verwurzelt
Nicht unerwähnt bleiben darf die Zeitspanne von 1947 – 1964, während dieser Zeit die Familie in St. Georgen, oberhalb von St. Gallen ein Haus besass, in welchem sie eine glückliche Zeit verbrachte. Dieses Haus, in welches später auch die Eltern Goeltenboth Einzug hielten, war umgeben von ziemlich viel Land, was die Anlage eines schönen grossen Gartens und die Haltung vieler Tiere ermöglichte, was wiederum dazuführte, dass Karl beruflich als Polizeibeamter stark für den Tierschutz eingesetzt wurde, unter anderem auch mit der Betreuung des heutigen „Walter-Zoos“ in Gossau, ab dessen Anfangszeit im Hundwiler-Tobel bis zur schlussendlichen Gründung der heutigen Zooanlage in Gossau. Bis zur Aufgabe der beruflichen Tätigkeit wohnte die Familie in St. Gallen. Nach ihrem Rückzug aus dem Erwerbsleben konnte sich das Ehepaar mit Unterstützung von in Spanien gewonnenen Freunden, in Benicarlò (Provinz Castellon) ein kleines Häuschen erwerben, in welchem sie mit kurzen Unterbrechungen, während knapp acht Jahren Wohnsitz nahmen. Die letzten Jahre verbrachte Karl Goeltenboth schliesslich in Wald/AR, wo sie sich schnell aklimatisierte und zusammen mit seiner Frau einen glücklichen Lebensabend führte. Er verstarb am 1. Mai im Alter von 90 Jahren.
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