Frau, Würth, wer als Model, Moderatorin und Sängerin tätig ist, muss in gewisser Hinsicht extrovertiert sein. Sind sie das?
Was die Bühne betrifft sicher.
Wie wichtig ist das Äussere für den Erfolg?
Das Aussehen ist ein Bonus, damit allein ist es aber nicht getan.
Wieso die drei verschiedenen Standbeine? Wäre es nicht einfacher, sich auf einen Bereich zu konzentrieren?
Das eine hat das andere ergeben. Ich geniesse die Abwechslung enorm und fühle mich in dieser Vielfalt sehr wohl.
Und welcher dieser Bereiche ist der lukrativste?
Die Werbung.
Was wird in Zukunft die meiste Zeit in Anspruch nehmen? Worauf legen Sie den Fokus?
Im Moment möchte ich keinen Bereich missen. In naher Zukunft bin ich viel für die Musik unterwegs. Mein neues Album wurde im Juni veröffentlicht und diesbezüglich bin ich viel in Deutschland.
Gehen wir zu den Wurzeln zurück: Wann war für Sie klar, dass Ihre berufliche Tätigkeit in diese Richtung gehen wird?
Das brauchte seine Zeit, Musik war für mich immer schon ein wichtiger Punkt, ich hatte 9 Jahre Klavier- und 3 Jahre Gitarren-Unterricht, stand auch hie und da als Sängerin auf der Bühne – dies beruflich auszuüben hätte ich mir aber nicht erträumt.
Jahre später, nach meiner Rückkehr vom Russland-Aufenthalt, habe ich verschiedene Angebote erhalten. Meine Entscheidung; ein Jahr quasi Probezeit, es versuchen und dann entscheiden, ob ich wieder zurück ins Büro gehe oder die Bühne mein Job sein kann.
Wie schwer war der Einstieg?
Schon eher holprig, es gibt viele gute Künstler.
Als Model ist das wichtigste Kapital der Körper. Wie gehen Sie mit dem Älterwerden um?
Ich trinke viel Wasser und Tee, versuche mir genug Schlaf zu gönnen, mache Sport, esse relativ gesund – mit dem Älterwerden habe ich heute kein Problem, aber fragen Sie mich das vielleicht in 15 Jahren noch einmal.
Wie lange werden Sie als Model tätig sein?
So lange die Nachfrage vorhanden ist und ich mich mit den Aufträgen wohl fühle.
Und was folgt danach?
Vielleicht eine Aufgabe im Background.
Sie absolvierten ein mehrmonatiges Praktikum in einer Anwaltskanzlei in Moskau. Sprechen Sie demnach auch Russisch?
Ja. Nach vielen Stunden büffeln und einem Leben inmitten von Russen ging es recht gut. Aber wie das meistens so ist: ohne Anwendung vergisst man es wieder. Aber für Smalltalk reich es noch.
Wäre es nicht reizvoll in Russland als Model zu arbeiten?
Auf jeden fall.
Wie wichtig ist Ihnen Geld?
Das hat schon seinen Stellenwert, es bedeutet Sicherheit und ermöglicht eine gewisse Freiheiten was Hobbys, Reisen und Freizeit angeht.
In den meisten Ländern geniessen Models schon fast einen Kultstatus. Nicht so in der Schweiz. Sind wir hierfür zu zurückhaltend?
Die Schweizer haben eine andere Mentalität, Ich glaube aber nicht, dass dies der Grund dafür ist. Nehmen wir die Miss Schweiz als Beispiel: In keinem anderen Land in Europa geniesst die Miss einen solchen Status wie in der Schweiz.
Einerseits lieben die Schweizer ihre «Promis», andererseits jubelt man sie aber nur in den wenigsten Fällen wirklich hoch. Ist es in Deutschland in Ihrer Branche einfacher?
Ich finde nicht. Der Markt ist gross und interessant, die Konkurrenz ist aber auch enorm.
In der Wirtschaft funktioniert es nach Angebot und Nachfrage. In Ihrem Fall sind Sie das Angebot. Wie hoch ist die Nachfrage?
Sagen wir es so: Es scheint, dass das Angebot noch stimmt.
Man kann also mit Modeln oder Gesang reich werden?
Einige haben das tatsächlich geschafft. Da bin ich aber noch am Fusse vom Berg.
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