Die Looser Holding erreichte mit 227.9 Mio. Franken im ersten Halbjahr 2011 akquisitions- und währungsbereinigt einen um 2.8 Prozent höheren Nettoumsatz als in der Vorjahresperiode. Aufgrund des starken Schweizer Frankens beträgt der Umsatz in Franken 5.1 Prozent weniger als im Vorjahr. - PD/MC
Das operative Ergebnis (EBITDA) von 35.0 Mio. Franken (Vorjahr: 30.3 Mio. Franken) liegt deutlich über Vorjahr. Die Looser Gruppe schliesst das erste Halbjahr 2011 mit einem Konzerngewinn von 16.9 Mio. Franken (Vorjahr: 11.0 Mio. Franken) ab. Bereinigt um Währungseffekte und positive Einmaleffekte, geht die Gruppe für das Gesamtjahr 2011 von einem operativen Ergebnis (EBITDA) in der Höhe des Vorjahres aus.
Die Looser Holding AG mit Sitz in Arbon, Schweiz, weist im ersten Halbjahr 2011 einen Nettoumsatz von 227.9 Mio. Franken (Vorjahr: 240.3 Mio. Franken) aus. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von 5.1 Prozent. Bereinigt um Währungseffekte – vor allem wegen der ungünstigen Entwicklung bei den Währungen Euro und US-Dollar – sowie um Akquisitionseffekte, wuchs der Nettoumsatz gegenüber Vorjahr um 2.8 Prozent.
Das operative Ergebnis (EBITDA) stieg im ersten Halbjahr deutlich auf 35.0 Mio. Franken (Vorjahr: 30.3 Mio. Franken). Die Abwertung von Euro und US-Dollar gegenüber dem Schweizer Franken hat den EBITDA mit rund 3.8 Mio. Franken negativ beeinflusst (Translation und Transaktion). Zusätzlich haben die stark gestiegenen Rohstoffpreise, die Rohstoffknappheit und die Umsatzentwicklung das operative Ergebnis des Segments Beschichtungen im ersten Halbjahr geschmälert. Bereinigt um Währungseinflüsse (Translation und Transaktion), Akquisitionseffekte und um die im ersten Halbjahr 2011 realisierten Gewinne (positive Einmaleffekte von 9.3 Mio. Franken) aus dem Verkauf einer Betriebsliegenschaft und der Veräusserung des Bautenschutz-Geschäfts hätte sich das operative Ergebnis (EBITDA) auf 29.2. Mio. Franken belaufen.
Der Konzerngewinn von 16.9 Mio. Franken liegt inklusive der realisierten Gewinne (Verkauf Liegenschaft und Bautenschutz-Geschäft) wesentlich über Vorjahr (Vorjahr: 11.0 Mio. Franken). Die Eigenkapitalquote von 38.9 Prozent stieg gegenüber der Quote per 31. Dezember 2010 (38.1 Prozent) leicht an.
Gegenüber dem Geschäftsabschluss 2010 stieg die Nettoverschuldung um 23.4 Mio. Franken auf 138.3 Mio. Franken. Die Zunahme ist massgeblich auf Mittelabflüsse in Zusammenhang mit den Akquisitionen von Sigrist Platten AG und Otto Weibel AG sowie dem Auskauf von Minderheiten zurückzuführen. Dazu kam die Dividendenausschüttung aus den Reserven aus Kapitaleinlagen im Mai 2011. Demgegenüber flossen der Looser Gruppe ausserordentliche Mittel aus dem Verkauf der Betriebsliegenschaft der Industrielack AG in der Höhe von 11.7 Mio. Franken und dem Verkauf des Geschäftsfeldes Bautenschutz in der Höhe von 2.2 Mio. Franken zu.
Beschichtungen – Herausforderung Rohstoffe und Währungen
Im Segment Beschichtungen sank der Umsatz im Vergleich zum ersten Halbjahr 2010 um 6.0 Prozent auf 98.9 Mio. Franken. Akquisitions- und währungsbereinigt (Translation und Transaktion) wurde ein leichtes Umsatzplus von 0.9 Prozent erzielt. Während das Geschäft mit Holzlacken in der Schweiz, das Antihaftlack- und das Verpackungslackgeschäft stabil waren beziehungsweise leicht wuchsen, litt das Parkettlackgeschäft in China und Südostasien unter einem deutlichen Absatzeinbruch. Hingegen konnten die Geschäftsfelder Industrielle Holzlacke und Industrielacke in Europa gegenüber Vorjahr weiter zulegen.
Mit 17.7 Mio. Franken liegt das operative Ergebnis (EBITDA) des Beschichtungs-Segments wesentlich über dem Vorjahreswert von 11.0 Mio. Franken. Bereinigt um Akquisitions- und Währungseffekte sowie um positive Einmaleffekte (Verkauf Liegenschaft und Bautenschutz-Geschäft) beträgt das operative Ergebnis rund 10.0 Mio. Franken und liegt damit rund 1.0 Mio. Franken unter Vorjahr. Die konsequente Weitergabe der Rohstoffpreiserhöhungen an Kunden wird sich im zweiten Halbjahr 2011 positiv auf die operativen Ergebnisse der Beschichtungs-Unternehmen auswirken.
Industriedienstleistungen – Stabile Entwicklung
Mit dem Segment Industriedienstleistungen (Condecta Gruppe) wurde im ersten Halbjahr 2011 ein Umsatz von 26.6 Mio. Franken erzielt (Umsatzminus 4.7 Prozent). Währungsbereinigt lag der Rückgang bei 3.8 Prozent. Die Abweichung beim Umsatz ist primär auf die im Vergleich zum Vorjahr geringere Verkaufstätigkeit bei Raumsystemen und Kranen zurückzuführen. Aufgrund der guten Nachfrage im breit abgestützten Mietgeschäft konnten die Mieterträge gegenüber Vorjahr um rund 6.4 Prozent gesteigert werden.
Das operative Ergebnis (EBITDA) beläuft sich auf 6.8 Mio. Franken (Vorjahr: 7.4 Mio. Franken). Das leicht schwächere operative Resultat steht in Zusammenhang mit höheren Personalkosten aufgrund des veränderten Sortiment-Mixes sowie mit Sonderkosten bei der Einführung eines neuen ERP-Systems. Im Hinblick auf eine weiterhin positive Marktentwicklung und den Beginn der Hauptsaison im Eventgeschäft werden die Aussichten auf Erfolg im zweiten Halbjahr als intakt eingeschätzt.
Temperierung – Wachstumsaussichten
Im Segment Temperierung (Single Gruppe) stieg der Nettoumsatz im ersten Halbjahr 2011 in lokalen Währungen um 6.9 Prozent. Der starke Schweizer Franken hat in diesem Segment deutlich zu negativen Umrechnungsdifferenzen geführt. In absoluten Zahlen weist die Single Gruppe einen Nettoumsatz von 16.3 Mio. Franken (Vorjahr: 17.3 Mio. Franken) aus, was gegenüber Vorjahr einem Rückgang von 5.8 Prozent entspricht. Positiv entwickelt haben sich die Umsätze beim OEM (Original Equipment Manufacturer)- und Direktkunden-Geschäft. Die Umsätze beim Halbleitergeschäft liegen dagegen mit rund 39 Prozent wesentlich unter Vorjahr und haben das operative Ergebnis negativ beeinflusst. Einerseits war das Geschäft mit Halbleitern im ersten Halbjahr 2011 sehr volatil, andererseits hat die Übernahme eines Hauptkunden der Single Gruppe durch einen Wettbewerber Verunsicherung im Markt ausgelöst. Dadurch wurde die Umsatzentwicklung im Halbleitermarkt trotz positiver Auftragslage abgeschwächt.
Die Umsatzaussichten für das Stamm- und Halbleitergeschäft werden für die zweite Jahreshälfte positiver eingeschätzt. Die Single Gruppe verfügt über einen Auftragsbestand, der rund 60 Prozent über dem Vorjahresbestand liegt. Massnahmen zum umsatzwirksamen Abbau des Arbeitsvorrats im zweiten Halbjahr 2011 wurden eingeleitet.
Das operative Ergebnis (EBITDA) von 1.3 Mio. Franken liegt unter dem Ergebnis des Vorjahres (Vorjahr: 1.7 Mio. Franken). Der Rückgang basiert auf den wesentlich tieferen Umsätzen im Halbleitergeschäft und den Auftragsrückständen.
Türen – Über dem Marktwachstum
Das Segment Türen (Prüm-Garant Gruppe) steigerte in den ersten sechs Monaten den Nettoumsatz in lokalen Währungen um 8.7 Prozent. Der schwache Euro liess die Umsatzentwicklung in Schweizer Franken deutlich geringer ausfallen. Der erwirtschaftete Nettoumsatz in Franken beträgt 88.2 Mio. Franken (Vorjahr: 92.0 Mio. Franken). Die Umsatzentwicklung der Prüm-Garant Gruppe in Lokalwährung lag im ersten Halbjahr 2011 deutlich über dem Marktwachstum. Die Gruppe – Nr. 2 im deutschen Innentürenmarkt – profitierte von den positiven Impulsen der deutschen Bauindustrie und damit vom kontinuierlichen Wachstum des deutschen Innentürenmarktes.
Beim operativen Ergebnis (EBITDA) erreichte die Gruppe 11.8 Mio. Franken, was einer EBITDA-Marge von 13.4 Prozent entspricht (Vorjahr: 13.7 Prozent). Gegenüber Vorjahr konnte die Prüm-Garant Gruppe das operative Ergebnis in lokalen Währungen um 6.3 Prozent steigern. Markante Rohstoffpreissteigerungen – insbesondere bei Holzplatten, Verpackungsstoffen und Klebstoffen – und neue Energieabgaben haben die Bruttogewinnmarge und das operative Ergebnis im ersten Halbjahr 2011 negativ beeinflusst. Die bereits umgesetzte Weitergabe der Rohstoffpreiserhöhungen an Kunden wird sich zeitverzögert im zweiten Halbjahr positiv auf die operative Marge auswirken.
Aussichten für das Geschäftsjahr 2011
Die Looser Holding ist verhalten optimistisch. Der Einfluss der Finanzmarktentwicklung auf das Wirtschaftsumfeld kann zurzeit nicht abschliessend beurteilt werden. Verwaltungsrat und Konzernleitung der Looser Holding stellen sich auf ein angespanntes Konjunkturumfeld und ein anspruchsvolles Marktumfeld ein und rechnen mit einer weiterhin schwierigen Währungssituation.
Bereinigt um Währungseffekte und um positive Einmaleffekte, geht die Looser Holding für das Geschäftsjahr 2011 von einem operativen Ergebnis (EBITDA) in der Grössenordnung des Vorjahres aus. Beim Konzerngewinn rechnet die Gruppe für das Gesamtjahr 2011 mit einer Steigerung.
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