Die 1971 in Buchs gegründete und drei Jahre später nach Oberriet verlegte NeoVac beschäftigt heute in acht Gruppenfirmen über 260 Mitarbeiter und geniesst einen hervorragenden Ruf als Spezialistin für Gebäude- und Umwelttechnik. Die Angebotspalette des Familienunternehmens ist umfassend: Sie reicht von Lösungen für den Tank- und Behälterschutz sowie den Anlagebau über die Messung und Abrechnung von Wärme und Wasser bis hin zur Innensanierung von Trinkwasserleitungen.
Nicht wenige Unternehmen im Rheintal wurden von der Wirtschaftskrise hart getroffen, Autozulieferer etwa, Finanzdienstleister oder die Metall verarbeitende Branche. Anders die NeoVac, die in dieser Zeit Spitzenresultate verbuchen konnte. Ausschlaggebend hierfür ist neben der Branche die breite Abstützung auf verschiedene anverwandte Segmente. Die Strategie der NeoVac-Gruppe ist dabei jeweils die gleiche: Man fokussiert sich auf Nischenmärkte und will dort eine möglichst starke Position einnehmen. Und das ist bisher meist gelungen.
Klarer Marktleader
Die NeoVac AG wurde im Jahre 1971 von Rudolf Lanter senior als Unternehmen für die Überwachung von Tankanlagen gegründet. Der damalige Slogan «Rund um den Tank» hat seine Gültigkeit bis heute nicht eingebüsst – im Gegenteil: NeoVac hat sich in der Schweiz zur Marktführerin für Leistungen im Bereich der sicheren Lagerung wassergefährdender Flüssigkeiten entwickelt. Durch die ständig marktorientierte Ausrichtung – und in Abstimmung mit den Kernkompetenzen – konnten in den vergangenen Jahren zusätzliche Geschäftsfelder erschlossen werden. So bietet die Gruppe beispielsweise seit einer Firmenübernahme im 2005 Sanierungssysteme für Trinkwasserleitungen an. Und bereits 1981 legte man den Grundstein für das zukunftsträchtige Gebiet «Messung und Abrechnung von Wärme und Wasser». Seit Übernahme und Fusion der ATA Wärmezähler AG ist die NeoVac heute mit 40 Prozent Marktanteil klarer Schweizer Leader. Kernmarkt ist aber nicht nur die gesamte Schweiz, sondern auch das benachbarte Ausland.
Einsparungen beim Verbrauch
Ein Beispiel für die Innovationskraft des Unternehmens ist der 2001 lancierte Wasserkostenverteiler. Der kleinste elektronische Wasserzähler der Welt kann an Zapfstellen in Altbauten installiert werden und übermittelt auf Abruf via Funksignal die verwendete Wassermenge jedes Anschlusses. Dies ist insofern einzigartig, da nun auch in älteren Wohnungen eine benutzerspezifische Kostenabrechnung möglich ist. «Es gab vorher auf dem Markt kein vernünftiges Produkt mit den gleichen Möglichkeiten», sagt Patrik Lanter, seit 2005 CEO der NeoVac-Gruppe. Und das Gerät zeigt Wirkung: Untersuchungen haben ergeben, dass alleine durch den Einsatz der «Zählstelle» der Wasserverbrauch im Schnitt um rund 20 Prozent zurückgegangen ist. Eine nicht unwesentliche Einsparung, wenn man bedenkt, dass in einem Gebäude rund ein Drittel der gesamten Energie für die Warmwassergewinnung verbraucht wird.
Von Krise keine Spur
Auch die Zukunft des Unternehmens sieht rosig aus: «Man muss wachsam bleiben und die Chancen und Gefahren erkennen», so Lanters Philosophie. Tue man dies, so habe man eine optimale Ausgangslage. Beispielsweise der Sanierungsbedarf in der kommunalen Wasserversorgung: «Die Infrastrukturen sind teilweise über 80-jährig. Wir sehen hier einen enormen Markt für zahlreiche unserer Kernkompetenzen». Oder auch die neue Gesetzgebung, die besagt, dass erdverlegte Öltanks bis 2014 durchwegs mit einer doppelten Wand ausgestattet werden müssen. Obwohl einige Ölheizungen in diesem Zuge durch alternative Energieträger ersetzt werden – das Potenzial für Tankinnenhüllen und Leckanzeigesysteme ist sehr gross.
Doch nicht nur die Ausführungsarbeiten bilden einen Umsatztreiber: Immer grösser wird der Dienstleistungsanteil. Lanter dazu: «Wir versuchen mit allen Produkten, die wir verkaufen, eine wiederkehrende Dienstleistung zu generieren.» Das heisst, wenn Wärme- und Wasserzähler installiert werden, so erstellt die NeoVac beispielsweise auch die jährliche Ablesung und Abrechnung für die entsprechende Liegenschaftsverwaltung. «So steigt mit jedem Gerät, das wir zum Einsatz bringen tendenziell auch das Auftragsvolumen in diesem Segment.» Eine zukunftsträchtige Branche, innovative Produkte und ein laufend steigendes Dienstleistungsvolumen sind die komfortable Situation des Rheintaler Unternehmens in dieser Krisenzeit.
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