Widnau/SG. Vom 19. Bis 22. August 2010 finden im Rheinvorland zwischen Widnau (Schweiz) und Lustenau (Oesterreich) die 3. Internationalen Ballontage Alpenrheintal statt. Mit erwarteten rund 50 Ballonteams ist dies nach Château d’Oex das zweitgrösste Ballontreffen der Schweiz. - smMC
Ein Pionier der Ballonfahrt im Rheintal: Eugen Nussbaumer.
Dieses Jahr ist das Ballontreffen mit umfangreichen Attraktionen zum Jubiläum «100 Jahre Luftfahrt Schweiz» verbunden und wird so ein grosses, an der Aviatik interessiertes Publikum ins St. Galler Rheintal ziehen. Die Ballontage Alpenrheintal werden organisiert vom Ballonclub Alpenrheintal, der aus der Sky Fun Ballon AG St. Margrethen des Rheintaler Ballonpioniers Eugen Nussbaumer hervorgegangen ist.
Vom Fallschirmspringer zum Ballonfahrer
1972 sprang der damals siebzehnjährige St. Margrether Eugen Nussbaumer zum ersten Mal mit einem Fallschirm aus einem Flugzeug. Der freie Fall durch die Luft faszinierte ihn. Lehrmeister und Freunde fand er im Fallschirmspringerclub Hohenems. Und eine besondere Freundschaft verband ihn mit dem Vorarlberger Günter Schabus. Schabus war Berufspilot, Co-Pilot bei Seewald und ebenfalls begeisterter Fallschirmspringer.
1988 erwarb Schabus zusätzlich das Ballonfahrerbrevet und bat Eugen Nussbaumer, ihn auf einer Fahrt zu begleiten. Beschauliches Ballonfahren war aber durchaus nicht das, was sich Nussbaumer als besonders interessant vorstellte. Nur als Freundschaftsdienst nahm er die Einladung an und bestieg den Korb – nicht ohne seinen Fallschirm. Er wollte gegebenenfalls aus dem Korb abspringen, sollte ihm die Fahrt zu lange dauern und zu langweilig werden.
Aber es kam anders: Der Ballon wurde über den Bodensee getrieben und an ein Abspringen mit dem Fallschirm war nicht zu denken. Nussbaumer musste sich nun wohl oder übel mit dem Ballonfahren befassen – und fand seinen Gefallen daran. Noch in der gleichen Woche bestellte er seinen eigenen Ballon und als dieser vier Monate später geliefert wurde, hatte er auch schon sein Ballonpilotenbrevet in der Tasche. Seit jenem Tag hat er rund 2000 Fahrten durchgeführt, war 3500 Stunden mit dem Ballon in der Luft und hat an vielen Wettbewerben, Schweizermeisterschaften, viermal Europameisterschaften und sogar an Weltmeisterschaften teilgenommen. Und noch immer hat er vom Ballonfahren nicht genug.
Eigene Firma und Vereinsgründung
Bald schon nahm Eugen Nussbaumer auch Passagiere mit und gründete zusammen mit seiner Gattin Clarissa die eigene Firma «Sky Fun Ballon AG». Zusammen mit Clarissa und Günter Schabus legte er auch den Grundstein für den neuen Verein «Sky Fun Ballon-Club Rheintal», wo er als Präsident amtete. Und während 8 Jahren engagierte er sich dann im Vorstand des Schweizerischen Ballonverbandes.
Im Laufe der Jahre kamen immer mehr Ballonfahrer zum Verein. Praktisch alle wurden von Eugen Nussbaumer, dem «Pionier und Vater der Rheintaler Ballonfahrer» für das Ballonfahren gewonnen. Der wachsende Verein setzte sich neue Ziele, wollte nicht zuletzt auch Ballontreffen im Rheintal organisieren. Unter dem neuen Namen «Ballonclub Alpenrheintal» straffte er seine organisatorischen Strukturen und formulierte neue Zielsetzungen.
2007 wurde das erste internationale Ballontreffen im Rahmen des Stadtfestes Heerbrugg organisiert, 2008 folgte das zweite Treffen in Zusammenarbeit mit dem Brückenfest Wiesenrain zwischen Widnau und Lustenau. Im kommenden August wird zusammen mit dem Aeroclub und dem Jubiläum «100 Jahre Schweizer Luftfahrt» die dritte Auflage des erfolgreichen Rheintaler Ballonsportanlasses organisiert.
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