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Di. 3. August 2010 - 11:27 Uhr
Rheinvorland feiert 100 Jahre Luftfahrt Schweiz

Widnau/SG. Andreas Frank, CEO bei Greiner Packaging Schweiz in Diepoldsau, ist seit vier Jahren begeisterter Ballonpilot. Aktiv ist er auch als Vorstandsmitglied des Ballonclubs Alpenrheintal sowie OK-Präsident der Internationalen Ballontage Alpenrheintal, die vom 19. Bis 22. August im Rheinvorland zwischen Widnau und Lustenau stattfinden. - smMC

Seit seinem 50. Geburtstag ein begeisterter Ballonfahrer: Andreas Frank.
 
Seit seinem 50. Geburtstag ein begeisterter Ballonfahrer: Andreas Frank.

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Weiterführende Links zum Thema:
Offizielle Website
» ballontage-alpenrheintal.ch
Ballontage auf Facebook
» www.facebook.com/ballontage

Im Zusammenhang:
Herr Frank, Wie kamen Sie zum Ballonfahren?

Vom Ballonfahren bin ich seit 1998 fasziniert. Ich war damals Mitglied im OK der Airshow Altenrhein und lernte dort Eugen Nussbaumer kennen.

Und dann sind Sie gleich aktiver Ballonfahrer geworden?

Nein, trotz der grossen Faszination nahm ich mir Zeit. Meine Familie und vor allem meine vier Kinder liessen dafür nicht genügend Raum offen. Zu Eugen Nussbaumer sagte ich damals: «Wenn ich 50 bin, komme ich darauf zurück.» Und zu diesem Zeitpunkt fing ich dann wirklich die Ballonpiloten-Ausbildung an.

Was macht für Sie die Faszination des Ballonfahrens aus?

Es ist Freiheit im Luftraum. Auf der Erde kann man keine zehn Meter gehen ohne irgendeine Vorschrift beachten zu müssen. Im Ballon kann man frei über Alpen und Seen, über Wälder und Städte fahren. Auch Grenzen sind keine Hindernisse. Und all das mit einem einfachen, fast urtümlichen Luftfahrzeug.

Wie kam es zu einem «eigenen» Greiner-Ballon?

Der Ballon gehört weder mir noch unserer Firma. Er gehört zum Ballonpark der Firma «Sky Fun» von Eugen Nussbaumer. Unsere Firma ist nur Sponsor für die Ballonhülle.

Aber irgendwie waren Sie doch beteiligt.

Irgendwann vor einer Sitzung lud ich meinen Vorgesetzten, Willi Eibner, CEO bei Greiner Packaging International zu einer Ballonfahrt ein und fuhr mit ihm von Lustenau über unser Diepoldsauer Werk und dann das Rheintal hinauf. Das hat ihm ausserordentlich gefallen. Später fragte er dann plötzlich: Was kostet eigentlich so ein Ballon? Meine Antwort: «Ein paar Tausend Franken», schreckte ihn nicht ab. Er sah die grosse Werbewirksamkeit eines Ballons mit Firmenlogo und sponsorte eine Hülle für Sky Fun.

Aber Sie fahren doch meistens diesen Ballon.

Nein, andere Piloten fahren ihn ebenso häufig, denn ich fahre auch die grossen, kommerziellen Ballone von Sky Fun.

Und wie häufig sind Sie im Ballon?

Ich fahre ein- bis zweimal pro Woche. Das gibt 60 bis 100 Stunden pro Jahr. Und das seit vie Jahren.

Welche Ziele setzten Sie sich mit den Ballontagen Alpenrheintal?

Mit dem Ballontreffen wollen wir den Ballonsport im Rheintal bekannt machen. Das war schon beim ersten Mal im Jahre 2007 unser Ziel. Da die Organisation für unseren kleinen Verein eine grosse Herausforderung darstellt, suchten wir schon immer die Zusammenarbeit mit Partnern. 2007 war es das Stadtfest Heerbrugg, 2008 das Brückenfest Wiesenrain zwischen Widnau und Lustenau. 2009 beschlossen wir, die Internationalen Ballontage nur noch im Zweijahresturnus zu organisieren, und für 2010 fanden wir die nötigen Synergien mit den Feiern zum Jubiläum «100 Jahre Luftfahrt Schweiz».
 
Gibt es jetzt eine grosse Flugschau?

Wir wollen bewusst keine grosse Flugschau inszenieren. Deshalb haben wir auch auf den Auftritt der Patrouille Suisse verzichtet. Im Raum der Flugplätze Altenrhein und Hohenems ist die Bevölkerung sensibilisiert. Und da wollen wir das gute Image der Ballonfahrer nicht aufs Spiel setzen. Wir organisieren, in erster Linie am Samstag, einen kleinen Flugtag mit Schwergewicht Geschichte. Wir wollen die Vielfältigkeit des Fliegens – vom Ballon über Oldtimer bis zu Helikoptern, Segel- und Modellflugzeugen und sogar Drachen – aufzeigen. Dass unser Jubiläumsanlass nach Emmen zum grössten Anlass geworden ist, ist eher Zufall.

Nur Zufall?

Es ist eben der einzige wesentliche Beitrag der Ostschweiz zum Jubiläum. Ein wichtiger Anreiz zum Mitmachen für die Piloten ist die Aussenlandepiste im Rheinvorland. Das ist attraktiv und in unserer überreglementierten Welt fast nicht mehr möglich. Wir haben daher von allen Seiten ein positives Echo. Das Interesse ist bei Piloten und bei der Bevölkerung riesengross. Das tolle OK mit 35 Mitgliedern ist mit enormem Engagement bei der Arbeit, und positive Unterstützung erfahren wir auch von unseren Sponsoren ebenso wie von Seiten der Gemeinden, des Kantons, des Landes Vorarlberg und des Bundesamtes für Zivilluftfahrt BAZL.

Probleme gibt es aber schon auch, oder?

Als OK-Präsident sehe ich zwei Problemkreise: Finanzen und Sicherheit. Aber beides ist auf guten Wegen. Über die Grosszügigkeit der Sponsoren habe ich schon gesprochen. Und zur Sicherheit: Sie ist für mich oberstes Gebot. Alle sicherheitsrelevanten Positionen haben wir professionell besetzt: Flightdirector ist ein Flugkapitän der Swiss. Im Tower sitzen ehemalige Angestellte von Skyguide. Die Sanität, ein Sicherheitsdienst und die Rega sind involviert und unser Sicherheitschef verfügt über die nötige Erfahrung. Rettungstaucher sind am Rheinufer stationiert. Die richtige Reaktion ist in allen Notfällen gewährleistet.

Und wie viele Besucher erwarten Sie?
Bei gutem Wetter sind am Samstag 30‘000 Zuschauer im Bereich des Möglichen. Das verursacht logistische Herausforderungen im Verkehr und in der Verpflegung. Wir haben dafür spezialisierte Partner verpflichtet. Insgesamt stehen 300 freiwillige Helfer für uns im Einsatz.

Sie haben das Verkehrsproblem angesprochen.

Für mit dem Auto anreisende Besucher stehen sechs grosse Parkplätze zur Verfügung, aber das reicht bei weitem nicht aus. Wir empfehlen deshalb, dass die Besucher aus der Region mit dem Velo oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Wir haben eine Busverbindung zum Festplatz ab Bahnhof Heerbrugg und ab Dornbirn-Lustenau organisiert.

Und lohnt sich die Anfahrt?

Bestimmt. Nicht nur wegen dem Jubiläums-Flugtag, sondern vor allem auch wegen dem Ballontreffen. Es werden 50 bis 60 Ballonteams anreisen, ein breites internationales Feld mit Gästen aus Frankreich, Deutschland, Österreich, England. Die Teams mit der weitesten Anreise kommen aus Finnland und aus Dubai. Es sind auch interessante Sonderformen zu sehen, neben der bekannten Kathedrale und dem lustigen Clown zum Beispiel auch eine Nachbildung des Breitling Orbiter 3, mit dem Piccard die Welt umrundete. Mit dem Ballon zusammen kommt dessen Co-Pilot Brian Jones aus England. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt und freue mich auf diese einmalige Veranstaltung im Rheinvorland.

Interview: Max Pflüger



 
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