Sozialhilfequote 2009 verharrt auf Vorjahresniveau
Gemäss den Berechnungen der Fachstelle für Statistik des Kantons St. Gallen bezogen im Jahr 2009 zwei Prozent der Kantonsbevölkerung Sozialhilfeleistungen. Damit bleibt die Sozialhilfequote gegenüber 2008 unverändert. Die kontinuierliche Abnahme der Sozialhilfequote seit 2005 ist somit gestoppt, was in Zusammenhang stehen dürfte mit der angespannten Arbeitsmarktsituation im Jahr 2009. - mcMC
Knapp ein Drittel aller mit Sozialhilfe unterstützten Personen waren 2009 jünger als 18 Jahre alt.
Insgesamt wurden 2009 im Kanton St. Gallen 9585 Personen mit Sozialhilfe unterstützt.
Wie die Auswertung der Daten der Schweizerischen Sozialhilfestatistik zeigt, war im Jahr 2009 knapp ein Drittel aller mit Sozialhilfe unterstützten Personen jünger als 18 Jahre alt. Kinder und Jugendliche sind überdurchschnittlich häufig auf Sozialhilfe angewiesen und haben mit 2.8 Prozent die höchste Sozialhilfequote. Dies entspricht 3023 Kindern und Jugendlichen. Ihr Armutsrisiko liegt nach wie vor deutlich über demjenigen der Gesamtbevölkerung, obwohl dieses zwischen 2006 und 2008 überdurchschnittlich stark gesunken war.
Alleinerziehende stark betroffen
Das Sozialhilferisiko der Alleinerziehenden ist 2009 stärker angestiegen als im Bevölkerungsdurchschnitt und liegt mit einer Unterstützungsquote von 12.8 Prozent nach wie vor deutlich über dem Durchschnitt sämtlicher Privathaushalte (2.6 Prozent). Mit verantwortlich für die hohe Quote der Alleinerziehenden ist der Umstand, dass sie aufgrund von Kinderbetreuungspflichten oftmals keiner Vollzeiterwerbstätigkeit nachgehen und so die finanzielle Belastung durch die Kinderkosten nicht selbst decken können.
Gründe für Beendigung des Sozialhilfebezugs
Nahezu jeder dritte im Jahr 2009 abgeschlossene Fall hat die Sozialhilfe aufgrund der Inanspruchnahme übriger Leistungen wie beispielsweise Zahlungen der IV oder dem Bezug von Arbeitslosentaggeldern verlassen. In weiteren 30 Prozent der Fälle erfolgte die Ablösung von der Sozialhilfe durch die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit, der Erhöhung des Beschäftigungsumfangs oder einer verbesserten Lohnsituation. Gegenüber 2008 hat sich die Anzahl erwerbsbedingter Fallaustritte aufgrund der verschlechterten Arbeitsmarktsituation verringert. Jeder zweite Sozialhilfe beziehende Privathaushalt verfügte 2009 neben der Sozialhilfe noch über weitere Einkommensquellen wie beispielsweise Einkünfte aus Erwerbseinkommen, Sozialversicherungen oder übrigen Bedarfsleistungen. 49 Prozent der unterstützten Privathaushalte bezogen ihren Lebensunterhalt ausschliesslich aus der Sozialhilfe und verfügten über keinerlei zusätzliche Einkünfte. Dieser Anteil steigt seit 2007 kontinuierlich an.
Spezialanalyse «Haushalte mit Kindern»
Das überdurchschnittliche Sozialhilferisiko der Kinder und Alleinerziehenden wird in einem eigenen Kapitel der von der Fachstelle für Statistik herausgegebenen Publikation «Statistik der Sozialhilfe, Alimentenbevorschussung und Mutterschaftsbeiträge im Kanton St.Gallen, Kennzahlen 2005-2009» analysiert. Die Publikation in der Reihe «Statistik aktuell» kann als Druckversion für 15 Franken bestellt werden (Tel. 058 229 34 86; E-Mail: Marzena.Avesani@sg.ch). Sie steht auch zum kostenlosen Download unter www.statistik.sg.ch zur Verfügung.
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