Der CSIO Schweiz hat längst die breite Masse infiziert. Wir zeigen wieso. «Mister CSIO» Peter Stössel spricht über seine Jugend, «Pferde-Mann» Paul Bücheler von verführerischen Angeboten und Miss Schweiz Linda Fäh über ihre Nervosität vor dem Auftritt in St.Gallen.
- mbMC
Nicht nur absolute Pferdesport-Experten fiebern alljährlich dem CSIO Schweiz in St.Gallen entgegen. Der hochkarätige Event hat längst die breite Masse infiziert. Die Eleganz der Tiere, das Können der Reiter, die vollkommene Konzentration auf die möglichst perfekten Minuten, in denen oftmals nur Millimeter über Sieg oder Niederlage entscheiden, bilden die Grundlage dieses für die Ostschweiz einzigartigen Anlasses. Als Zuschauerin, als Zuschauer fiebert man mit – selbst wenn man die gesamten Hintergründe, die Sportler und ihre Pferde nicht im Detail kennt.
Was ist es, das den CSIO so faszinierend macht? Einerseits die Kulisse. Für vier Tage erhält das Gründenmoos ein neues Kleid. Die Planung hierfür beginnt schon Monate im Voraus. Es gilt die Abläufe der sportlichen Aktivitäten zu berücksichtigen, sämtlichen Sponsoren eine optimale Plattform zu bieten und für die Besucher eine Welt zu erschaffen, die in sich stimmig ist. Weiter steht der Anlass auf einem Fundament, welches sich jedes Unternehmen wünschen würde: Rund 60 Ressortleiter und mehrere hundert Helfer bilden mit ihrem Einsatzwillen und einer ansteckenden Leidenschaft den soliden Rahmen. Kaum etwas wird dem Zufall überlassen. Die einzelnen Räder greifen in allen Segmenten perfekt ineinander. Als Zuschauer kann man nur erahnen, welch immense Arbeit hinter dem CSIO steckt. Das vorliegende Magazin soll gerade auch diesen Aspekt etwas näher beleuchten.
Und zu guter Letzt faszinieren natürlich die Leistungen auf dem Platz. Reiter sind keine Einzelkämpfer. Sie können von ihrem Pferd keine Leistung erzwingen. Sie haben in ihm einen gleichwertigen Partner, zu dem ein Vertrauen aufgebaut werden muss. Wie gut dieses Zusammenspiel funktioniert zeigt sich dann in aller Öffentlichkeit. Die Schweiz verfügt sowohl über eine gute Elite wie auch über einen hoffnungsvollen Nachwuchs. Das macht auch für die nächsten Jahre zuversichtlich, gegen die starke Konkurrenz bestehen zu können. Denn sind wir ehrlich: Selbst ein Laie sieht am Ende des Turniers am liebsten einen Landsmann ganz oben auf dem Treppchen.
Den Weg dorthin ebnet den Sportlern seit Jahren erfolgreich Rolf Grass, Equipenchef der Schweizer Springreiter. Er wählte hierfür nicht den bequemsten Weg. Ganz Unternehmer fällt er auch Entscheide, die wohl einen Einzelnen schmerzen, aber dem Kollektiv dienlich sind. «Gefälligkeiten haben keinen Platz», ist er überzeugt. «Würde man das tun, ginge die Rechnung schnell einmal nicht mehr auf.» Bisher tat sie das. Bester Beweis ist der Umstand, dass sich die kleine Schweiz seit Jahren mit Top-Nationen wie Deutschland, Frankreich, Irland, Holland oder den USA messen kann – alles Länder, die aus einem viel grösseren Pot schöpfen können. Sie alle werden am diesjährigen CSIO wieder vertreten sein. St.Gallen wird im Juni zumindest für den Reitsport Mittelpunkt der Welt sein.
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