St.Galler Festspiele: Eine technische Herausforderung
Der technische Aufwand bei den St.Galler Festspielen ist gewaltig. Georges Hanimann sorgt dafür, dass beim Aufbau, bei den Proben und bei den Vorstellungen auf dem Klosterhof technisch alles reibungslos funktioniert. - smMC
Sind auch technisch eine Herausforderung: die St.Galler Festspiele.
Georges, wann haben für dich die Vorbereitungen für die fünften St.Galler Festspiele begonnen?
Das war bereits während der Proben zu den letzten Festspielen. In der Regel kommt zu einer der Hauptproben das Regieteam des nächsten Jahres. Einfach um den Platz und die Bedingungen kennenzulernen. Es ist wichtig, dass Regisseurin und Bühnenbildner den Platz auch ein bisschen spüren, bevor sie an die Arbeit am Konzept gehen. Für mich ist das immer eine gute Möglichkeit, das Team mit Plänen auszustatten und zu besprechen, was möglich ist.
Was ist denn möglich?
Nun, wir haben immer nur eine gewisse Zeit für den Aufbau zur Verfügung. Es ist am Platz überhaupt keine Technik vorhanden, alles muss hingebracht werden. Dazu kommen die klimatischen Bedingungen. Gegen Westen ist der Platz sehr offen, grosse Wände zum Beispiel müssen für den starken Wind extrem gesichert werden.
Was ist neu am diesjährigen Konzept?
Erstmals ist die Bühne fast ebenerdig, nur 60 Zentimeter über dem Boden. Man sitzt als Zuschauer damit fast auf der Bühne. Die Zuschauertribüne ist flacher, ragt nicht so weit hinauf. Um aber ähnlich viel Plätze zu haben wie im vergangenen Jahr wird die Tribüne statt dessen etwas breiter.
Wer hat das entschieden?
In diesem Jahr war es der Bühnenbildner Friedrich Eggert, der in Zusammenarbet mit der Regisseurin Inga Levant das Konzept ausgearbeitet und uns präsentiert hat. Danach hat die Geschäftsleitung in enger Absprache mit dem Beirat der St.Galler Festspiele geprüft, ob das Konzept mit dem Platz verträglich ist und realisiert werden kann.
Was können wir auf der Bühne erwarten?
Das Orchester sitzt erstmals direkt auf der Bühne. Natürlich geschützt in einer Art Orchesterbox. Und die Arche Noah ... aber am besten, man sieht selbst.
Normalerweise gibt es im Theater ja immer eine Bauprobe, bei der auf der Bühne ausprobiert wird, wie das fertige Bühnenbild dann aussehen soll. Das ist auf dem Klosterhof nicht möglich, oder?
Nein, das müssen wir immer alles theoretisch besprechen. Und dann auf dem Papier planen. Dann wird bestellt und gebaut.
Und wann hat der Aufbau begonnen?
Dieses Jahr haben wir eine Woche vor Pfingsten mit dem Aufbau begonnen. Und zwei Wochen später fand dann schon die erste Probe auf dem Klosterhof statt. Viereinhalb Wochen nach dem ersten Aufbautag war dann die erste Hauptprobe. Dies ist äusserst knapp.
Sind die Festspiele auch für dich eine ganz besondere Zeit?
Es ist schon eine besondere Herausforderung. Wir haben zwar jetzt im fünften Jahr immer mehr Erfahrung und haben auch schon einiges erlebt unter freiem Himel, nicht zuletzt auch mit dem Wetter. Aber gerade das ist zusammen mit der Einzigartigkeit dieses Platzes für unsere technischen Abteilungen immer wieder ein attraktiver Bestandteil unserer Arbeit und eine sehr spannende Zeit.
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