Stadt St.Gallen unterstützt Forschungs- und Entwicklungsprojekt zur Geothermie
St. Gallen/SG. Die Universität Neuchâtel lanciert ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt zum Thema Geothermie. Im Hinblick auf das geplante Geothermiekraftwerk, aber auch auf die weitere Entwicklung und Förderung der Tiefengeothermie in der Schweiz, wird die Stadt St.Gallen dieses Projekt einerseits finanziell und anderseits mit Datenmaterial aus der kürzlich abgeschlossenen 3D-Seismik-Messkampagne unterstützen. - smMC
Eine Luftansicht des geplanten Geothermie-Projekts im Sittertobel.
Das Forschungsprojekt bezweckt die Entwicklung einer Methode zur möglichst genauen Abschätzung der Gesteinsporosität im Untergrund auf Basis einer Kombination von gravimetrischen Messungen und Kenntnissen aus seismischen Erkundungsverfahren. Derartige Informationen sind gerade im Bereich der hydrothermalen Tiefengeothermie, also der Nutzung von tiefen Thermalwässern, wie beim Geothermieprojekt St.Gallen vorgesehen, von grossem Interesse.
Die Anfang Jahr im Raum St.Gallen durchgeführte 3D-Seismik-Messkampagne liefert eine ideale Datengrundlage für das geplante Forschungsprojekt. Schon im Juli 2010 werden die Wissenschaftler die ersten gravimetrischen Messungen in St.Gallen vornehmen. Hierbei wird das lokale Schwerefeld, d. h. die Anziehungskraft der Erde, vermessen. Unregelmässigkeiten bei den dabei erfassten Schwerebeschleunigungen können auf unterschiedliche Gesteinsdichten zurückgeführt werden und damit zusätzliche Hinweise über die geologischen Verhältnisse im Untergrund liefern.
Das Forschungsprojekt weist damit auch einen direkten Nutzen für das Geothermieprojekt St.Gallen und die geplanten Tiefbohrungen auf. So können die bis dahin erlangten geologischen Kenntnisse über den Untergrund von St.Gallen mit einer weiteren unabhängigen Erkundungsmethode überprüft sowie zusätzliche Informationen über die Gesteinsporosität und damit indirekt über die potenzielle Wasserführung im tiefen Untergrund gewonnen werden. Gerade für grosse Tiefen und dicht bebaute Gegenden stellt die Auswertung von derartigen gravimetrischen Messdaten aber gewiss noch eine wissenschaftliche Herausforderung dar.
Die Bevölkerung wird von den geplanten gravimetrischen Messungen indes nicht viel mitbekommen. Solche Messungen werden mittels handlicher Geräte in der Grösse einer Kühlbox, sogenannten Gravimetern, ausgeführt und sind völlig geräusch- und erschütterungsfrei.
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