Tagung zum Thema «Grenzüberschreitende Gesundheitspolitik»
Anlässlich der Tagung vom 25. März 2011 in St.Gallen diskutierte die Parlamentarier-Konferenz Bodensee ein Thesenpapier zum Thema «Grenzüberschreitende Gesundheitspolitik». Die Thesen rücken die vermehrte grenzüberschreitende Zusammenarbeit ins Zentrum. Präsidiert wurde die Tagung vom St.Galler Kantonsratspräsidenten Walter Locher. - mcMC
In der Schweiz steigen die Ausgaben für das Gesundheitssystem jedes Jahr um rund zwei Milliarden Franken.
Die Ausgaben für das Gesundheitswesen machen in der westlichen Industriegesellschaft einen grossen Anteil des Bruttoinlandproduktes (BIP) aus. In der Schweiz steigen beispielsweise die Ausgaben für das Gesundheitssystem jedes Jahr um rund zwei Milliarden Franken.
Deshalb ist die Politik gefordert, Wege zur Kostensenkung zu suchen. Aus Sicht der Mitglieder der Parlamentarier-Konferenz Bodensee (PKB) wird dabei die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure – auch über die Kantons- und Landesgrenzen hinaus – immer wichtiger.
Thesenpapier diskutiert
Im Zentrum der Tagung standen zwei Referate zum Thema «Grenzüberschreitende Gesundheitspolitik». Kurt Weigelt, Direktor der Industrie- und Handelskammer St.Gallen-Appenzell (IHK), stellte das Modell «Gesundheitskanton Ostschweiz» vor. Bei diesem Modell wird die politische Verantwortung für das Gesundheitswesen an kantonsübergreifende «Gesundheitskantone» übertragen. Dabei ist auch vorstellbar, dass ein «Gesundheitskanton» Versorgungsgebiete definiert, die über die Landesgrenzen hinaus reichen. Willy Oggier, Gesundheitsökonom, präsentierte in einem Tour d'Horizon grenzüberschreitende Trends im Gesundheitswesen. Er beschrieb Chancen und Risiken aus demografischer, ökonomischer, medizinischer und politischer Sicht.
Im Anschluss an die Referate diskutierten die Parlamentarierinnen und Parlamentarier das Thema intensiv. Die Runde war sich einig, dass Gesundheitsprobleme nicht vor Grenzen halt machen. Entsprechend steht die verstärkte Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure – auch über die Kantons- und Landesgrenzen hinaus – im Zentrum der diskutierten Thesen.
Präsidialjahr des Kantons St.Gallen
Im Jahr 2011 hat der Kanton St.Gallen turnusgemäss den Vorsitz der PKB. An drei Tagungen werden sich die Mitglieder eingehend mit der Gesundheitspolitik auseinandersetzen. Die Gesundheitspolitik wird im Jahr 2011 grenzüberschreitend thematisiert und als gemeinsames Anliegen forciert. Auch in der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK) werden die Regierungsvertreter ihre Zusammenarbeit dem Thema «Grenzüberschreitend gesund» widmen.
In der PKB treffen sich Abgeordnete der Landtage von Baden-Württemberg, Bayern, Vorarlberg, Fürstentum-Liechtenstein, Kantonsrätinnen und Kantonsräte von St.Gallen, Zürich, Schaffhausen, Appenzell A.Rh. und Grossrätinnen und Grossräte der Kantone Thurgau und Appenzell I.Rh. Die PKB setzt sich zum Ziel, die natürlichen Lebensgrundlagen im Bodensee nachhaltig zu sichern, die gemeinsame Identität und die Standortattraktivität der Bodenseeregion zu stärken, die länderübergreifende Zusammenarbeit zu unterstützen sowie Projekte und Massnahmen demokratisch abzustützen.
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