Von einem gewonnenen oder zwei verlorenen Punkten...
Das 1:1 (0:0) Remis des SC Brühl auswärts bei der U21 des FC Lugano war geprägt von zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten. Während die Höhepunkte vor dem Seitenwechsel noch an einer Hand abgezählt werden konnten, entwickelte sich im Laufe der zweiten Halbzeit ein 1.-Liga-Spiel, welches an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten war. - mcMC
Nach der gelbroten Karte gegen Luganos Pallone (75. Minute) und der hart erkämpften 1:0 Führung durch Brühls Captain Alex de Freitas (79. Minute) rechneten die Kronen bereits mit drei Punkten. Die Luganesi steckten aber nicht auf und kamen in der 93. Minute noch zum 1:1 Ausgleich durch Staubli.
Auch wenn aufgrund des späten Ausgleichs die Enttäuschung nach dem Schlusspfiff beim SCB gross war, muss doch festgehalten werden, dass sich Lugano den einen Punkt in einer intensiven Partie auf dem traumhaften Cornaredo-Rasen insgesamt verdient hatte.
Lugano mit den besseren Chancen bis zur Pause
Für einmal spiegelt das Statistik-Blatt des Matchgeschehen recht genau. Während sich die U21 des FC Lugano in den 90 Minuten sechs hochkarätige Torchancen heraus spielte, waren es bei den Kronen deren fünf. Vor allem in der ersten Halbzeit traten die mit drei Spielern aus der 1. Mannschaft verstärkten Tessiner entschlossener auf als die Gäste aus St. Gallen. Zweimal musste Brühls Goalie Daniel Geisser in extremis mit dem Fuss retten.
Die einzige wirklich gute Torchance der Kronen – ein herrlicher Weitschuss von Valmir Pontes aus rund 27 Metern – parierte der Tessiner Torhüter Bernasconi mit einer Glanzparade. So waren die Kronen in der Pause mit dem 0:0 an sich eher gut bedient. Ohne die erneut stark agierende Innenverteidigung mit Marc Zellweger und Sebastiaan Van der Werff hätten die St. Galler nach 45 Minuten wohl bereits entscheidend im Hintertreffen liegen können.
So gesehen entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet Marc Zellweger in der Nachspielzeit der zweiten Halbzeit der entscheidende Fehler unterlief. Die Brühler trugen im Mittelfeld zu wenig Sorge zum Ball, so dass Lugano noch einmal einen verzweifelten Angriffsversuch startete. Zellweger wollte den Ball über die Behindlinie retten, rutschte dabei aber aus, so dass der Lugano-Stürmer in der Mitte den frei stehenden Staubli anspielen konnte.
Dieser liess Goalie Geisser mit einem scharfen Flachschuss keine Abwehrchance. Eine Minute später hätten die Talente des FC Lugano sogar noch den Heimsieg sichern können. Die Kronen versuchten nach dem 1:1 mit einem Sturmlauf doch noch drei Punkte zu gewinnen und liefen prompt noch in einen Konter. So blieb es nach der überaus hektischen Schlussphase aber bei der insgesamt gerechten Punkteteilung.
In der ersten Reaktion nach dem Schlusspfiff waren die St. Galler zwar enttäuscht. Bald folgte aber auch die Einsicht, dass diese Partie im Tessin auch ein wesentlich schlechteres Ende hätte nehmen können. Sebastiaan Van der Werff brachte es auf den Punkt:
«Wäre das Spiel 0:0 ausgegangen, hätten wir wohl von einem gerechten Unentschieden gesprochen. Durch unsere Führung und die Überzahl in der letzten Viertelstunde hatten wir uns innerlich aber bereits auf drei Punkte eingestellt. Und so überwiegt nun halt doch die Enttäuschung.»
Platz 3 statt Tabellenführung
Dem bleibt wenig hinzuzufügen. Bis zur 93. Minute an diesem traumhaften Frühlingsabend im Cornaredo waren die Kronen virtueller Tabellenführer, weil der FC Tuggen gegen die U21 des FC Luzern nicht über ein 2:2 (nach einer 2:0-Führung) hinaus kam. Mit dem Ausgleich der Luganesi büssen die Brühler in der Tabelle aufgrund des Torverhältnisses nun sogar einen Rang ein, weil Baden gegen Buochs mit 1:0 gewann.
Sieben Runden vor Schluss hat sich einfach einmal mehr gezeigt, dass es in dieser Gruppe keinen einzigen so genannt einfachen Gegner gibt. Und der Kampf um die Plätze, die am Ende zur Teilnahme an den Aufstiegsspielen berechtigen, wird in der überaus ausgeglichenen Gruppe 3 wohl ebenso bis zur letzten Minute spannend bleiben.
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